PROST AUF UNS


Das Gefühl von endlich angekommen
Zügel selbst in die Hand genommen
Nach langem Bangen an Land geschwommen
Endlich an Fahrt gewonnen
 
Leben im Augenblick und fangen den Blitz in 'nem Glas ein
Seh' die Nacht vorbeiziehen zum Tag
Die Hi-Fi-Anlage ballert böse
lallen ohne groß zu denken
Angetrunken, schlafversunken
Singen Don´t look back in Anger
 
Die besten Menschen der Welt
Der beste Platz auf Erden, Zentrum der Welt
Die letzte Gang der Stadt, Tag für Tag nur große Kunst
Mit kleinen Heineken-Dosen im Bus
Prost auf uns!

 
Ja! Heute sind wir unendlich!
Wir tanzen, schreien, brüllen unsere Lieder mit, wir feiern den Moment und dass uns niemand jemals vergessen wird! Wir haben den Ballast abgeschüttelt, den wir Jahrelang als last mit uns getragen haben. Wir sind frei und fühlen uns auch so, kein Stress kein Druck keine Probleme. Wir könnten Stickstoff atmen und wären wahrscheinlich immernoch lebendig, weil wir heute die Lebendigkeit leben die wir 10 Jahre lang versteckt gehalten haben. Wir haben den Kampf gewonnen, wir bleiben unvergessen, wir sind heute unsterblich! Tanzen uns frei, lachen über alte Probleme und geben uns selber den größten Applaus den wir je gegeben haben! Weil wir toll sind! Weil wir unvergesslich sind, weil wir es geschafft haben. Wir haben das beste daraus gemacht und wir haben das beste erlebt.  Wir sind die 10. Klasse der Realschule und wir haben uns gut geschlagen. Applaus? Ja, weil wir in verdienen!
 
 Applaus, Applaus!
Vorhang auf!  Endlich angekommen
Und alles zieht vorbei

 
Unendlich weit von perfekt, doch angelangt
Keine Supermänner, dennoch verdammt nah dran!

 
 
 

SCHMETTERLINGE STERBEN SO LAUT





 
Halte dem Druck stand
lasse es fließen
wenn ein Kapitel sich öffnet
muss sich ein anderes schließen
 
-Benjamin Griffey

ALL BECAUSE OF YOU

Gestern haben es glaube ich alle so richtig gemerkt. Dass alles vorbei ist meine ich. Dass wir nur noch drei Tage zur Schule gehen werden. dass unsere Zeit zu ende ist. Für uns kleine Leute endet damit auch eine Ära. ich glaube dass es alle jetzt richtig verstanden haben. Dass wir alle  jetzt diese eine, Herzzerreißende Traurigkeit haben. Dass wir nicht wissen was zu tun ist. Diese Traurigkeit die schlimmer ist wie Liebeskummer oder eine schlechte Note. Die Traurigkeit gegen die man nichts unternehmen kann. Die wo man nicht genau weiß woher sei kommt, warum sie da ist und wann sie wieder geht.

Gestern war es trotzdem wunderschön mit der Klasse. Alle waren zusammen, alle da, alle haben sich gut verstanden und es gab essen. Uns wurde so richtig bewusst dass wir eine Klasse sind, dass wir toll sind, dass wir zusammen gehören und dass wir eine Gemeinschaft sind. ja. hört sich doof an, aber ist so. Es waren zwar nur ein paar Jahre unseres Lebens, aber das sind die Jahre, die uns geprägt haben, unsere Kindheit, das was wir sind liegt im Grunde an uns. wir haben uns entwickelt und sind zusammen groß geworden. und wir sind stolz darauf das zu sein was wir sind.  Das hat man gestern Abend gemerkt, und das haben nicht nur wir gemerkt, sondern auch unsere Eltern. Ich glaube für unsere Eltern ist es nicht sehr schlimm, aber sie haben dieses `Special Feeling` auch miterlebt. und dass wir eine besondere Klasse sind.
 
Wir haben beschlossen, jedes Jahr essen zu gehen, zwar ohne Eltern, aber mit unserer <3 Lehrerin und der Klasse. Den Knappen 30 Menschen die mich stolz machen, bei denen ich gerne bin.
Ich kann nicht sagen wie sehr ich euch vermissen werde. Aber ich glaube das kann niemand.

Gestern war ein wundervoller Abend, wir haben gelacht, geweint, getanzt, gesungen und natürlich Bierpong gespielt. Nach dem Essen waren wir auf unserer eigenen Abschlussparty, also nein, nicht die offizielle sondern eine interne, nur die Klasse war da, niemand anders, und ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel Spaß haben kann. Selbst mit Leuten denen ich nicht so nahe Stande war der Abend ein voller Erfolg.
Ich werde sie alle so vermissen.

Amen.
das hier ist kein Gebet ich wollt nur danke sagen.

DER DRUCK STEIGT

 
EINE WOCHE VORHER:
komm nicht klar damit. alles zu viel. Stress. Druck. Erwartung. angst. vor der Wahrheit. vor der Zukunft. vor anderen. vor diesem Zettel. dem Zettel der dein leben bestimmen wird. eher gesagt der Zettel mit den Ergebnissen deiner Prüfung. der Prüfung auf die zehn Jahre lang hingearbeitet wurde.

seit Tagen warte ich nun ungeduldig auf diesen Zettel. ich kann es nicht glauben dass in zwei Wochen alles vorbei ist .zehn Jahre schule. zehn Jahre auf jetzt hingearbeitet. sollte eigentlich ein gutes Gefühl sein. hab aber angst. bin im ungewissen. auf der schwelle. 3.0? oder besser? oder schlechter? was dann? was wenn alles umsonst war? wenn ich ganz knapp vorbei bin? wenn ich keine Chance mehr habe?
bin oft am weinen

EINEN TAG VORHER:
Jetzt schon am zittern. ehrlich. totale Panik. Herzrasen nur bei dem Gedanken daran. schaffe ich es? meine Zukunft hängt doch davon ab? Gott lass mich Glück haben!

DER TAG:
Freitag der 6.6.2014 halb acht
Heute werde ich es wissen. Aufgeregt wie nie. Vorm Spiegel schon geweint. Solche angst. Der Druck steigt. Stehe viel zu früh an der Bushaltestelle.

DER MOMENT:
Freitag der 6.6.2014 halb neun
Voller Scherben und Verstehen und all den Orten wo man lieber grad' wär'
Wände schweigen- unerträglich laut. rauschen im Kopf. Herzflattern.  Atem blockiert. 3. 2. 1. der Zettel mit den Prüfung- Ergebnissen kommt langsam auf mich zu. und mit ihm dieses überwältigende Gefühl der Freiheit! Das Licht verwandelt sich von dunkelgrau in strahlend hellen Sonnenschein. Mein Traum wird klar wie nie. Mein Leben kommt mir einen schritt näher. oder ich ihm. egal. Hole ab jetzt zurück was mir gehört! Mit dem Kopf durch die Wand. Ich hab es geschafft! Ich schreie! ich heule, ich fange richtig an! ich habe eine Zukunft, ich aber nicht nur einen guten Schulabschluss, ich habe auch einen Vermerk, ich bin Qualifiziert! Aller Ballast, aller Druck und alle Ängste fallen plötzlich von mir ab. die Anspannung der letzten Wochen löst sich in Luft auf und ich würde am liebsten die ganze Welt umarmen. Arme in der Luft. mein Herz springt mir fast aus der Brust als ich in einer Gruppenumarmung mit der ganzen Klasse lande und ich kann es kaum glauben! ICH HABE ES GESCHAFFT! Heute liebt mich Gott! Die Hölle gab es nie. Diese Welt ist perfekt.


JETZT:
Heute kann ich es immer noch nicht richtig glauben, dass ich meinen Vermerk für mein Abitur habe. Ich darf Abitur machen! Ich darf es, weil ich es geschafft habe, weil ich es kann! Niemand kann mir jetzt noch sagen dass ich dumm bin! Und immer wenn ich schlechte Laune habe freue ich mich über mein Vermerk. Ich Grinse breit über das ganze Gesicht, beim Arbeiten, in der Schule, Zuhause, auf der Straße, überall! Weil ich nicht aufhören kann mich zu freuen. Was ein aufregendes Gefühl!


Ich hab so Zukunft ungeviel erlebt, hab viel zu erzählen
Tag um Tag- Nacht für Nacht
Kaum zu glauben wenn ein Traum endlich laufen lernt und fliegt
Trotz all den Wolken und regen vielleicht auch der Sommer des Lebens
Von Freunden umgeben
Vielleicht nicht immer wiss
war nicht der sonnigster Sommer doch alles gut wie es ist
Kaum zeit mit Schule vergeudet
die Klassenclowns von gestern verderben die Jugend von heute.
Du strahlst du scheinst, du lachst du weinst
und wie du brennst, und wie du wächst, alles wird perfekt.
Du bist schön.

Tausend Gedanken sind schwer zu fassen.
Danke.

 

EIN HOCH AUF UNS


Jetzt ist es bald so weit. Es kommt immer näher. Das worauf wir alle hingearbeitet haben. Wofür wir geschwitzt und gepaukt haben. Wofür wir wunderschöne Sommertage und vielleicht auch die Nächte unseres Lebens geopfert haben. 10 Jahre hat jeder von uns darauf hingearbeitet. Gewartet. Mindestens.
Es gab gute Zeiten. Es gab schlechte Zeiten. Alles in Allem war es die Zeit, die uns geprägt hat. Uns zu dem gemacht hat was wir jetzt sind. Worauf wir jetzt stolz sein können. Auf unser Wissen, unseren Charakter, unsere Freunde. Auf alles was wir haben und auf alles was wir sind.

Die Zeit unseres Lebens, war sie das? Ist sie jetzt vorbei oder fängt sie erst richtig an? In 10 Jahren Schulzeit haben wir so viel gelernt. Nicht nur in den, mit Edding beschmierten und mit Kaugummi beklebten Klassenzimmern. Nein. Auch auf dem Schulhof. In den Pausen. In unserer Freizeit. Mit unseren Mitschülern, Freunden, Feinden und Lehrern. Denn das sind die Menschen die uns geprägt haben, die uns zu gemacht haben was wir sind.

In dieser Zeit haben wir so viel Erlebt, so viele neue Dinge, Menschen, Eindrücke und Momente kennengelernt. Freunde fürs Leben gefunden, Tränen vergossen und hoffentlich viel zu oft und viel zu viel gelacht. Diese Zehn Jahre waren nur ein kleiner Moment unseres gewaltig langen Lebens und doch ist es der Moment der unsere ganze Zukunft zerstören, oder aber perfektionieren kann. Haben wir diesen Moment überhaupt mitbekommen? Haben wir ihn ausgelebt, mitgelebt und erlebt? Was hätten wir nicht alles besser machen können? Und was war das Beste? Ist es jetzt wirklich schon Zu ende?

Wir sind an einem Punkt angelangt, wo wir mit recht sagen können, dass wir es zu etwas gebracht haben. Dass wir etwas Wert sind. Dass wir viel wert sind.  Wir sind auf der Schwelle zwischen Erwachsen denken und die Jugend genießen. und diese Schwelle ist sehr klein. Wir haben bald unseren ersten richtigen Schulabschluss, wir können etwas vorzeigen wir haben etwas geleistet und uns diesen Schulabschluss verdient.
Denn wir sind es die Jahrelang die harten, staubigen Schulstühle und die heißen Sommerklassenzimmer erdulden mussten. Das mussten auch schon zig Generationen vor uns. aber heute zählen nur wir. weil wir es jetzt hier heraus geschafft haben.

Danke für diese Zeit.
Ich hoffe niemand vergisst sie,
denn wenn nicht wir daran denken, wer dann?

 

Die Jugend von heute- aufs Leben!

Als Jugendliche wird uns vorgeworfen uns zu verstecken, zu verschließen und alles was mental älter ist als man selbst zu meiden. Und das tun wir auch aber das ist die einzige Möglichkeit da durch zu kommen. Uns wird vorgeworfen IMMER am Handy zu sein und IMMER Stöpsel (man kann sie auch Kopfhörer nennen aber psssst) im Ohr zu haben. Jede Generation bringt etwas neues und jedes mal ist es die schlimme Jugend von heute die am Ende an der Apokalypse schuld sein wird. Aber die, die über die Jugend von heute schimpfen waren auch mal die Jugend von heute. Versteck dich wenn du überfordert bist und komm raus wenn du bereit bist. Hör nicht auf die, hör auf deine Musik, dein Zimmer, dein Tagebuch, deine Welt.
 
Darüber habe ich in meiner ersten Abschlussprüfung geschrieben.
Naja, nicht genau darüber, aber über ein ähnliches Thema. Es ging um die deutsche Jugendsprache und in einer Reportage darüber Sprachen Menschen über die Jugend und die Jugendsprache.
Dieser Text hat mich wirklich geärgert. Die Jugend, also ich und du und noch ein Paar andere auf dieser Welt, wurden fast schon als Objekt gesehen, ich habe mich wie ein Tier gefühlt als ich diese Reportage gelesen habe. Ich finde es außerdem fies, dass es (ältere) Menschen gibt, die uns dafür hassen wie wir reden. Wie wir uns kleiden. Wie wir uns verhalten. Wie wir leben.  Ich meine alter oder diggah sind keine schlimmen Begriffe, und jede Generation hat(te) seine Sprache, Kleidung, halt seine besonderen Merkmale. Alle hatten in unserem alter ihre Jugendsprache. alle waren die Jugend von heute. nur halt damals oder noch früher! Wieso werden wir als Objekte gesehen, wenn wir doch genau so sind wie ihr wart? Wieso wird schlecht über unseren unsauberen` Sprachstil geredet, wenn ihr doch damals genau so geredet habt? Wieso das ganze Drama, wenn doch alles so ist wie es schon vor uns war? 
 
Versteck dich wenn du überfordert bist und komm raus wenn du bereit bist. Hör nicht auf die, hör auf deine Musik, dein Zimmer, dein Tagebuch, deine Welt.
 
Click- für einen Mörderisch guten Ohrwurm!
(leider kann ich dieses Video aus irgendeinem Grund nicht direkt hier beifügen- aber es lohnt sich reinzuhören!)