DAMALS


Damals war nicht alles besser.
Wir glauben das nur weil wir auf den meisten Bildern lächeln.
Wir lächeln um uns an die guten Momente zu erinnern.
Das ist im Prinzip auch gar nicht falsch.
Wir dürfen nur die restliche Zeit nicht völlig vergessen.
Wenn wir auf Fotos einmal nicht lächeln, schneiden wir komische Fratzen oder können uns emotional kaum noch halten.

Schon von klein auf wurde uns beigebracht auf Fotos immer zu lächeln, zu lachen, zu grinsen und so zu tun als hätten wir Spaß. Ich glaube das ist so weil wir uns nur an die schönen Momente unseres Lebens erinnern wollen. Durch unsere Vergesslichkeit erinnern wir uns nach einigen Jahren nicht mehr daran was wir wirklich gefühlt haben und wenn wir kräftig genug lächeln oder grinsen kaufen wir uns mit der Zeit selber ab dass wir glücklich waren.

Die anderen Bilder, wo wir weinen oder Wut und Aggression zeigen, behalten wir ganz geheim. Nur selten zeigen wir sie anderen, es sei denn wir waren klein, dann wird es irgendwann niedlich wenn wir auf Bildern weinen oder nicht gerade vor Freude strahlen und in die Kamera grinsen. Jedoch respektieren wir Gefühle wie Wut und Trauer nur selten. Wir sagen sie sind schlecht. aber das stimmt nicht. Diese Gefühle sind mindestens genau so gut wie Freude, Stolz und andere 'gute' Emotionen. Wir lernen durch sie, die Dinge zu schätzen.

Oft verfälschen solche Eindrücke dann unserer Realität- oft wird dann gesagt: Früher war alles besser.

Aber nein. Früher war nicht alles besser.
Ich meine klar, unser Umfeld verändert sich stetig, jedoch bleiben unsere Gefühle immer die selben. Man hat sich vor zehn Jahren genauso darüber geärgert wenn etwas verloren geht wie jetzt.
Man freut sich auch genauso.
Nur wir denken früher haben wir uns mehr gefreut weil wir immer gelacht haben auf den Fotos.
Und wir denken früher haben wir uns weniger geärgert weil wir nie geweint haben auf den Fotos.
Und weil wir uns nicht mehr erinnern wie es zwischen den Fotos und in unseren Köpfen aussah, überlegen wir nicht und sagen früher war alles besser.

Vielleicht sollten wir auf den Bildern, genauso wie in der Realität beginnen, unsere Gefühle zu zeigen.

Ich glaube es ist schön wenn man sich in 10 Jahren sieht.
Mit vor Wut ganz rotem Gesicht. Die Fäuste in den Taschen geballt und den trotzenden blick in den Augen der allen sagt :renn! Denn wenn wir nicht mehr wissen wieso wir eigentlich so wütend waren, wissen wir, dass wir vergeben haben.
Ich glaube das sind die Bilder die uns auch auf lange zeit glücklich machen.

14 Tage

Ich erinnere ich mich zurück an die Zeit, in der ich fernab vom Deutschen Alltagsstress durch endlose Straßen laufe, auf der Suche nach nichts und mit aller Zeit der Welt.

Dann schließe ich die Augen.
Höre die anders klingenden Vögel über mir, spüre die Straßen unter mir, unter meinen Füßen, so wunderbar anders als in meiner Heimat. So unsortiert und chaotisch.
Die schwüle hitze drückt in meinem Brustkorb und ich höre überall um mich herum Stimmen und Schreie aus den Ländern der Welt. Etwas weiter weg höre ich das hupen eines Autos und keinen Meter neben mir fährt ein Mofa mit einem Anhänger voll beladen mit unbekannten Früchten vorbei.
Ich verstehe hier keine Sprache wenn ich die Gassen endlang gehe, und doch fühle ich mich geborgen an diesem fremden, magischen Ort. Ich laufe ohne Ziel in den Hallen dieser Welt herum. Über mir sehe ich manchmal den blauen Himmel mit gelegentlich vorbeifliegenden Vögeln. Manchmal sehe ich auch dicke gewebte Vorhänge, Tücher aus allen möglichen stoffen, in allen Mustern und Farben über mir. Dicke schwere, die träge mit einer Rundung herunterhängen. Leichte schillernde Stoffe, die beim kleinsten Wind wehen. Löchrige Teppiche die das babyblau des Himmels in Szene setzen, bunte, einfarbige, gewebte, gehäkelte, in jeder Art und Weise und allesamt ganz besonders durch ihre Vielzahl an  Einzigartigkeiten die sie von den anderen unterscheidet.
Während ich nach oben schaue und laufe rieche ich viele, so viele Gerüche. Fernab von deutscher Reinheit und Qualität riecht vieles so Geheimnisvoll, viel besonderer, viel Wertvoller. Diese unbeschreiblichen Gerüche umspielen mich, geben mir ein noch besseres Gefühl auf meinem Weg durch die Menschen.
Zu meinen Seiten rufen mir immer wieder Verkäufer Dinge zu, in allen möglichen Sprachen. Ich fühle mich hier so geborgen, es ist wundervoll nichts zu verstehen. An einem Platz sehe ich das erste zweistöckige Gebäude. Es ist eine Bar. Ich gehe hinein, sie ist erdbraun, aus Holz und Stein gebaut. Das Dach des zweiten Geschosses besteht auch hier aus Tüchern mit wundervollen Mustern. Der zweite Stock hat keine Wände, nur ein Geländer an dem Sitzbänke befestigt sind. Ich knie mich auf die mit dünner Wolle gepolsterten Bänke und schaue in die ferne. Von hier oben sieht der Markt noch viel größer aus als ich in mir vorgestellt habe. In der ferne sehe ich eine prachtvoll bunte Moschee.
Während ich den Muezzin aus der ferne erstmals wahrnehme der zum Gebet aufruft, scheint mir die Sonne des Mittags durch die Stoffe auf den Kopf. Von hier oben blicke ich auf den Markt und den Platz hinab.
Überall sehe ich Menschen in Gewändern, mit Hüten, lange Haare, kurze Haare, Kopftücher, Schirme gegen die Hitze stehen hier und da herum. In den Gassen sehe ich die von der Sonne verbrannten oder vergilbten Decken und Vorhänge, und an den freien Stellen die weitertreibenden Menschen auf ihren täglichen Wegen.
Ich kann auf ihre Häupter blicken aber ich wüsste so gerne wo jeder einzelne von ihnen herkommt und wo er hingeht. Links von mir sehe ich einen Mann mit einer Stange über den Armen an der ungefähr 30 geschlachtete Hühner hängen.
Nachdem ich eine kalte koka kola hier oben neben Shisha rauchenden Männern und Frauen getrunken habe und die hitze nurnoch halb so stark in meinem Brustkorb zu spüren ist steige ich die Treppe der Bar wieder hinab und gehe auf den Marktplatz.
Von hier unten wirkt er viel unübersichtlicher und ich lasse mich im Chaos mit dem Strom der Menschen treiben. Zahlreiche schreiende, fotografierende, betende, bettelnde und arbeitende sind überall bunt gemischt dabei ihren Arbeiten nachzugehen.
Aufeinmal kommt ein Mann auf mich zu. Er trägt ein Gewand und darunter einen dicken Pullover und eine lange Hose. Es ist hier 30 Grad heiß. In seinen Armen hält er einen Adler. Ich versuche ihm möglichst gekonnt auszuweichen und gehe weiter. Keine drei Meter von mir steht ein weiterer Mann. Ähnlich gekleidet. Er trägt außerdem noch einen Hut . Auf dem Arm hält er eine grüne Schlange die sich blitzschnell um seinen Nacken auf den anderen Arm bewegt. Ich blicke fasziniert zu und beobachte die Schlange weiter. Ihre zielstrebigen aber zarten Bewegungen -so geschmeidig wie es kein anderes Tier je schaffen könnte. Der Besitzer der Schlage kommt auf mich zu. Er ist jetzt ganz nah an mir und ich stehe da wie gelähmt.
Ich kann ihn riechen, er riecht nach der Sonne. Er riecht nach viel Schweiß und nach bunten Farben die alle von einer dicken schmutzschicht überzogen sind. Anders kann ich seinen Geruch nicht beschreiben. Mit seinen dunklen, sanften Händen legt er mir ganz behutsam diese grün, in der Sonne schillernde Schlange um den Hals. Sein Pullover streift meine Haut die von nicht mehr als einem engen Top und einer Leinenhose bedeckt ist. Ich spüre die kalte Schlange um meinen Nacken und erzittere. Sie windet sich um meinen Hals, hängt sich über meinen Brüsten herab und richtet ihren Kopf wieder auf. Ich bewege meinen Arm vorsichtig auf sie zu und sie schlängelt sich mit eleganten Zügen um ihn als sei er für sie gemacht.
Mittlerweile merke ich, dass immer mehr schaulustige einen Kreis um die Schlange, ihren Besitzer und mich gemacht haben. Unter meinen Füßen spüre ich in den Sandalen Schweiß der sich mit dem feinen Staub der braunen Erde zu einem unangenehmen Biotop endwickelt hat.
In der ferne höre ich Hufgeklapper und dann ein lautes Pferdewiehern. Der Gewürzduft liegt jetzt nurnoch ganz schwach in der Luft und ich höre ein Kind schreien.
Ein scheinbar europäischer kleiner Junge macht ein Foto von mir und der Schlange. Ich kenne ihn nicht. Als er mich bemerkt wie ich zu ihm hinüberschaue rennt er weiter, zu der vorbeilaufenden Touristengruppe und versschwindet mir ihr.
Langsam berührt mich der Schlangenbesitzer am Arm, er streicht hinauf bis zu meinem Ellbogen und löst somit die Schlange von meinem unteren Arm.
Gleichzeitig beginnt sich alles um mich herum zu verändern.
Die Pferde und Esel werden zu LKWs und Autos- Adler und Schlangen verwandeln sich in Hunde und streunende Katzen.
Die Männer und Frauen in ihren geheimnisvollen Gewändern verwandeln sich in Männer und Frauen in Anzügen und Kostümen die Hektisch mit dem Strom verschwinden. 
Die staubigen, okkafarbenen, chaotischen Straßen ersetzen sich gleichzeitig durch Pflastersteine, symmetrissch, gleich, mit einer durchgehenden, bestimmten Ordnung angebracht.
Hinter den Marktständen sprießen kalkweiße Häuserblöcke mit Grafittis aus der Erde, sie wachsen langsam nach oben. Langsam aber so bedrohlich hoch und einnehmend dass sie mir die Sicht zur sonne versperren und alles in schatten ertränken.
Im Vordergrund werden Marktstände abgebaut und Karren zu den Seiten meiner Blickwinkel gezogen.
Alles beginnt sich zu drehen und alles passiert so schnell.
Mein  Herz schlägt schneller und mich überläuft ein ängstlicher Schauder.
Das Gefühl des gefangen seins macht sich in mir breit, genauso wie die Tatsache dass alles zunehmend steril wird.
Saubere Straßen, Autos, gleich gekleidete Menschen, Häuserblöcke- gerade, einfarbig angeordnet.

Ich bin wieder zurück.
An einem kalten, weißen Ort
der Angst macht und an dem man sich so schnell verloren fühlt.


050915

Hallo.

Seitdem ich das letzte mal etwas auf Mongoniella geschrieben habe ist unglaublich viel Zeit ins Land gegangen. Heute bin ich das erste mal seit meinem letzten Post wieder auf meinem Blog gewesen und ich bin erstaunt wie viele Menschen täglich noch immer meinen Blog aufrufen. 

Ich habe mir überlegt diesen Blog ein wenig zu verändern und werde dies in nächster Zeit tun. Wenn ich damit fertig bin oder auch während dessen, nehme ich das bloggen wieder auf und werde mehr oder weniger regelmäßig schreiben. Der Grundgedanke von Mongoniella bleibt erhalten, jedoch wird sich die Welt drumherum verändern.

Ich schreibe dies mit gemischten Gefühlen weil ich keine Idee habe, wie ich meine Pläne umsetzen kann.. 

Au reviour
Kathie


IT- ALEXA CHUNG

Hallo. 
Alexa Chung ist einfach eine Göttin. Sie wohnt so weit weg. Sie ist so anders als ich. Aber trotzdem fühle ich mich so verbunden mit ihr wie mit keinem anderen Buchautor dieser Welt. Das habe ich gemerkt als ich heute ihr Buch in den Händen hatte.

Ich war in der Bücherei und suchte eigentlich nach einem Buch über Kunst und Gestaltung. Wirklich!
Raus kam dabei dann etwas anderes. 
Ich hätte wirklich niemals gedacht, dass ich dieses Buch kaufen werde, da ich wirklich nicht auf Bücher a`la Fashionratgeber oder `Ich zeig dir meine tolle Welt` stehe. Aber wie der Zufall es wollte fiel mir Wortwörtlich das Buch in die Hände.
Ich begann im Ausstellungsstück zu blättern und schlug prompt Seite 128 auf. Der erste Satz den ich las fesselte mich schon und nahm mich vollkommen ein. Das lag wohl nicht zuletzt daran, dass es darin um Instagram und Liebeskummer ging und ich mich mit beiden Dingen bestens auskenne. 

Ich entschied mich für dieses Buch auch nur aus folgenden drei fünf Gründen:

1. Ich wurde geduzt. so etwas mag ich wirklich total gerne in Büchern. &nd vor allem wenn eine Fashionista mich duzt. Danke Alexa. Komisch, ich weiß.

2. Es ist einfach von Alexa Chung! Hallo?

3. Das Cover ist so Wunderschön gestaltet. Ich bin wirklich kein Hardcover Fan weil ich meine Bücher meistens vergewaltige während ich sie lese aber ich schwöre bei Gott im Himmel- dieses Buch wird gut behandelt solange es in meinem besitzt ist, und das ist es sicher die nächsten 100 Jahre weil man Bücher nicht wegwirft! Außerdem ist das Cover altrosa und mit diesem `alteBücherstoff` bespannt was das ganze irgendwie modern und edel wirken lässt. 

4. Der Satz mit Instagram und Liebeskummer hat mich einfach fasziniert (und das Buch hat vieeele Bilder, was ich irgendwie mag!)

5. Es war in Plastikfolie eingewickelt. Ich weiß nicht wieso das ein Grund ist, und irgendwie zählt das auch garnicht richtig, aber ich mag Plastikfolie um Bücher fast so gerne wie Nutella auf Käse. (Ich liebe Nutella auf Käse)

Mit der Plastikfolie geht es auch direkt weiter.
Als ich Zuhause ankam, war mir das Buch irgendwie schon so heilig geworden, dass ich mich nichtmal traute es von der Folie zu befreien. Gerade würdig genug war mir meine Nagelfeile. Irgendwie fand ich sie auch passend für ein Buch wie dieses. Ich weiß, manchmal bin ich halt so. 

Ich begann Sofort das Buch zu lesen und beendete die letzte Seite (192) nach zwei Stunden und mit dem Gefühl ein unbeschreiblich gutes Buch gelesen zu haben. 

Obwohl ich das Thema des Buches zuerst nicht mochte, da ich nicht gerne über Style bzw. Mode lese sondern sie lieber einkaufe und mir selber Gedanken darüber mache, faszinierte es mich auf voller Länge. 

Die Autorin springt von Leinwandbrennern über vergangene Helden zu Augenbrauen und ihrem Lieblings Makeup ohne den Leser dabei in geringster weise zu verwirren. und das mit einer ungezwungenen Leichtigkeit und einer unglaublich witzigen und sehr inspirierenden Art dass man traurig ist, dieses Buch beendet zu haben. 

Jetzt noch einmal die Fakten des Buches:

Alexa Chung- IT über Style
1.Auflage 2014
ISBN 978-3-86882-190-1
MVG Verlag
ca 15 Euro

Ich kann allen Mode interessierten MÄDCHEN UND FRAUEN der Welt dieses Buch nur empfehlen. ich habe sogar gerade überlegt mir ein weiteres zu kaufen, nur zur Sicherheit.

CHANGE


Manchmal muss man etwas verändern, weil man es will, schon lange wollte oder weil man einfach Spaß an der Veränderung hat. In meinem Fall ist sie aber mal wirklich nötig, was nicht heißt, dass die drei vorherigen Punkte ausgeschlossen werden!

Wenn man durch meinen Blog scrollt und ein wenig beobachtet inwiefern er sich verändert hat, finde ich, dass er langsam besser geworden ist. Von der Art wie ich schreibe, was ich schreibe und das ganze drumherum. Da mir das Drumherum aber noch nicht so gut gefällt und ich nur das bewusst verändern kann, habe ich daran einige Veränderungen vorgenommen. 

Die größte Veränderung ist wie man sehen kann die Ersetzung des Headers durch einen anderen. Mit dem bin ich jedoch auch noch nicht vollkommen Glücklich. Außerdem, und das ist der eigentliche Grund für meinen Post, möchte ich meinen Posts mehr Fotos beifügen. Ich weiß noch nicht ob es die klassischen `Das hab ich erlebt und will es allen zeigen` Fotos werden oder ob ich meine neusten Errungenschaften a`la Fashionblog hochlade. Vielleicht wird es auch etwas ganz anderes!

Wie man sieht habe ich noch keine großen Ideen und werde wahrscheinlich in nächster Zeit ein bisschen beim Posten herumprobieren (Affe der sich die Augen zuhält und dreckig lacht).

Wenn ihr Ideen habt, runter in die Kommentare damit, ich bin echt einfallslos zurzeit!

Kahtie